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Gesundheitsinfos im Netz: Wie erkenne ich Werbung, Schleichwerbung und objektive Information

Die Zahl der Internetnutzer steigt rasant. Nicht zuletzt auch die Vielzahl an Gratisangeboten lockt die Surfer an. Gewinnspiele und Communities versprechen überdies bei fleißiger Beteiligung eine Aufbesserung der Haushaltskasse.
 
Gerade auch der Gesundheitsbereich ist äußerst attraktiv für den Internetnutzer, bekommt er doch die Infos umsonst, die er sonst durch Zeitungs- oder Fachbuchkauf bis hin zu Mitgliedschaft in Verbänden bezahlen muss. Gesundheitsportale bieten vielfältige Gesundheitsthemen an und Informationsseiten, die oft schon den Namen der Krankheit als Domainnamen tragen, informieren offensichtlich umfassend und aktuell.
 
Was im Printmedienbereich und im Fernsehen durch entsprechenden Verbraucherschutz geregelt ist, fehlt jedoch bislang im Internet: Werbung muss entsprechend gekennzeichnet sein.
Anzeigen in Zeitschriften sind als solche gekennzeichnet und Werbespots im Fernsehen sind ebenfalls zweifelsfrei als solche erkennbar.
Dass auch diese Vorschriften manchmal durchbrochen werden, deckte jüngst der Spiegel (Ausgabe 33/2000) auf. In der ZDF-Sendung "Gesundheit" zahlen Pharmakonzerne für das "rechte Productplacement" - Schleichwerbung also, wie sie auch manchmal in redaktionellen Artikeln der Gesundheitsmagazine zu finden ist.
 
Das Internet ist noch weit entfernt von einer Regelung, die gewerbliche Informationen leicht erkennbar von neutralen Informationen kennzeichnet. Mit Ausnahme der Kennzeichnung von "Bannern" als Werbung und entsprechender Kennzeichnung von Textbeiträgen in Newslettern muss man manchmal lange suchen, bis der Verfasser kenntlich wird.
 
Wir haben Ihnen nachstehend einige Hinweise zusammengestellt, die Ihnen bei Bedarf helfen können, Gesundheits- und Produktinformationen im Internet besser einzuschätzen:
 
1. allgemeine Gesundheitsportale
Da die Betreiber dieser Portale von der Werbung leben, finden Sie viele Bannereinblendungen, die jedoch entsprechend gekennzeichnet sind. Die Artikel zu Gesundheitsthemen, die dort platziert sind, sind in der Regel neutral gehalten und geben Ihnen einen guten Informationsüberblick. Da man bemüht ist, möglichst zu jeder Krankheit etwas zu sagen, sucht man Detailinformationen dort jedoch oft vergeblich.
 
2. Communities, Foren
Hier lockt die Versuchung, durch die Erfahrung anderer dazu zu lernen und objektiv informiert zu werden. Doch Vorsicht: wir haben viele Beiträge gefunden, die ganz offensichtlich kommerziellen Charakter haben. Hier werden z. B. besonders wirksame Produkte ausgelobt oder eine einzigartige Heilmethode angepriesen. Bleibt der Verfasser allein mit seiner Meinung, ist fast immer davon auszugehen, dass ein Verkäufer / Unternehmen dahinter steht. Lesen Sie immer auch themenähnliche Beiträge oder Kommentierungen, sofern vorhanden, um sicher zu gehen, das Sie keiner Schleichwerbung auf den Leim gehen.
 
3. Eigene Domain für das Krankheitsbild
Findige Pharmakonzerne haben den Weg der relativ preiswerten Werbung im Internet schnell erkannt. Man reserviere sich einen Domainnamen der Krankheit, die durch das selbst hergestellte Produkt behandelt wird, fülle die Webseite mit vielen Infos und füge diverse Hinweise auf das eigene Produkt hinzu.
Damit Sie erkennen, ob Sie auf solch eine Seite gelangt sind, suchen Sie nach dem Impressum. Findet sich hier der Name eines Pharmakonzerns, können Sie die oft sehr informativen Inhalte der Seite ruhig annehmen. Für das angepriesene Produkt/Medikament gibt es meist jedoch noch Alternativen.


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