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Etwa 100.000 Deutsche
leiden an Zöliakie. Noch vor 20 Jahren galt diese Krankheit als
ausheilbare Kinderkrankheit. Heute wird bei immer mehr
Erwachsenen eine Glutenunverträglichkeit diagnostiziert.
Zöliakie ist eine chronische Erkrankung des Dünndarms. Bei Zöliakiekranken schädigt die Ernährung mit Gluten (Getreideeiweiß) die Darmschleimhaut. Die Nährstoffaufnahme wird empfindlich gestört - Spätfolgen können Darm- oder Speiseröhrenkrebs, Anämie oder Osteoporose sein.
Eine Diagnose der Zöliakie ist recht schwierig. Klassische Symptome, wie Durchfall, Gewichtsabnahme, Blähungen, aufgedunsener Bauch oder erhöhte Infektanfälligkeit sind nicht immer erkennbar. Gut 50% der Erkrankten zeigen eher unspezifische Symptome, wie Knochen- und Gelenkschmerzen.
Anhand einer dem Dünndarm entnommenen Gewebeprobe kann aufgrund der sich zeigenden Veränderungen festgestellt werden, ob eine Glutenunverträglichkeit vorliegt. Ist die Diagnose positiv, hilft nur striktes Meiden glutenhaltiger Nahrungsmittel, und das meist ein Leben lang.
Glutenfreie Ernährung schadet dem Körper nicht. Da sie nicht lebensnotwendig ist, sind durch entsprechende Diäten keinerlei Nebenwirkungen oder Mangelerscheinungen zu befürchten.
Die Schwierigkeit ist eher, das Glutenverbot in die tägliche Praxis umzusetzen. Gluten sind Eiweißbestandteile in Getreide und sind als solche unverträglich in Weizen, Dinkel, Kammut, Roggen, Gerste und Hafer. Manche Wildreisarten sind ebenfalls nicht glutenfrei. Da Getreide nicht nur in Brot, Back- und Teigwaren oder Müsli eingesetzt wird, ist die Identifizierung und Meidung nicht einfach. So finden sich in Stabilisatoren, Emulgatoren und vor allem in Trägerstoffen von Gewürzen und Aromen Glutenbestandteile. Eine Vielzahl von Fertig- und Halbfertigprodukten sind damit tabu. Aber auch Produkte, wie Kartoffelchips, Wurstwaren und aromatisierte Tees können Gluten enthalten.
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